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Die Mail- und Mailserver FAQ

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FAQs zum Einrichten eines eigenen Mailservers
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Wie lange dauert es, bis eine E-Mail zugestellt wird?

Diese Frage kann eigentlich nur jemand stellen, der bisher ausschließlich Erfahrungen mit einem Massenprovider à la T-Online, AOL oder Compuserve gesammelt hat. Dort passiert es immer wieder, daß E-Mails 2 Stunden oder länger unterwegs sind, bis sie dem Empfänger endlich zugestellt werden. Der Grund liegt in den dort stets überlasteten Mailservern, wobei jede ankommende Mail zwar sofort entgegengenommen und bestätigt wird, dann aber gnadenlos in die Warteschlange zur Zustellung eingereiht wird.

Für kurze E-Mails gilt bei uns - wie übrigens bei allen anderen normalen Providern auch - eine typische Übertragungszeit von unter 10 Sekunden. In seltenen Fällen kann es z.B. wegen eines Mailserver-Timeouts auch mal eine Minute dauern...

Wenn Sie allerdings ein 100 MByte großes Attachment mitschicken, dann müssen Sie auch bei uns etwa zehn Minuten Laufzeit einkalkulieren. Da die Kodierung bei Mail-Attachments sehr ineffizient ist, bleibt auch eine 2 Mbps-Anbindung noch deutlich als Nadelöhr wahrnehmbar...

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Wie funktioniert das mit dem Mailserver? - Kann ich den auch selbst betreiben?

Selbstverständlich können Sie das. Allerdings bitten wir zu beachten, daß wir es nicht dulden werden, wenn Ihr Mailserver von Ihnen selbst oder von anderen als Spam-Relay mißbraucht wird. Es könnte sonst passieren, daß wir bzw. unsere IP-Nummern auf einer Blacklist erscheinen, und damit die von unserem IP-Nummernkreis ausgehenden E-Mails von vielen Mailservern des Internets nicht mehr angenommen werden. Dies trifft uns, Sie, und natürlich auch alle unsere anderen Kunden.

Schwachstelle SMTP - SMTP (Simple Mail Transfer Protocol) hat seine Wurzeln in Multi-User-Umgebungen, in denen sich Benutzer per Namen und Paßwort identifizieren mußten, bevor sie E-Mail-Dienste verwenden konnten. SMPT selbst kennt keine Client-Authentifizierung, da es nur für den Mail-Verkehr zwischen Servern verantwortlich ist. Eine detaillierte Beschreibung des Protokolls finden Sie im Dokument RFC821.

Sendmail richtig konfigurieren - Sendmail ist bis zum heutigen Zeitpunkt der populärste MTA (Message Transport Agent) und die Schwachstelle vieler falsch konfigurierter SMTP-Server, die Spammern als Relay dienen. Ergo ist die grundsätzliche Maßnahme gegen Spam, genau zu kontrollieren, wer Ihren MTA als Relay verwenden darf. Leider sind ältere Versionen von Sendmail (8.8.x) als offene Relais vorkonfiguriert und müssen mit den check_* Rulesets gegen unauthorisiertes Relaying geschützt werden.

Definieren Sie sorgfältig alle lokalen Hosts, denen Relaying erlaubt sein soll und stellen Sie außerdem eine Empfängerliste aller Hosts zusammen, für die Ihr MTA die Mail-Auslieferung übernimmt. Alle Mails eines fremden Hosts, die an eine Adresse gehen, die nicht als möglicher Empfänger definiert ist, sollten abgewiesen werden.

Eine Implementierung des oben genannten Konzepts beschreibt ein Dokument der Uni-Würzburg. Umfassende Anti-Spam Maßnahmen für Sendmail 8.8.x finden Sie auch auf der Anti-Spam-Seite von Claus Assmann.

Besseren Schutz gegen UBE (Unsolicited Bulk E-Mail) bieten aktuellere Sendmails ab 8.9.3 (verfügbar auf dem deutschen Sendmail-Mirror), auf das Sie unbedingt upgraden sollten. Die Voreinstellung als offenes Relay ist nicht mehr vorhanden und Maßnahmen gegen Spam wurden den neuen Standard-Regelsets hinzugefügt. Die neuen Regelsets bieten verbesserte Sender-Verifikation über den Mail from: Parameter und die Möglichkeit, Zeilen des Mail-Headers ebenfalls per Regelsets zu überprüfen. Eine allgemeine Zugangsliste kann in der neuen Version einfach über FEATURE(access_db) aktiviert werden. Eine genaue Dokumentation der neuen Funktionen von Sendmail 8.9.x bis 8.12.7 bietet sendmail.org.

Hervorragende allgemeine Übersichten zu Anti-Spam Maßnahmen gibt es beim IMC und in den FAQs von de.admin.net-abuse.mail.

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Wie konfiguriere ich meinen Mailserver für Roaming?

Erst POP / IMAP - dann SMTP - SMPT-Server, die nicht mehr relayfähig sind, lassen sich leider auch nicht mehr für legitimes Roaming nutzen. User, die eine Verbindung zu ihrem Mail-Server über andere ISPs herstellen, können ihre Mails mit POP3 oder IMAP abrufen und lesen. Sobald sie aber Post an Empfänger außerhalb des lokalen Hosts schicken möchten, stellt sich der SMTP-Server taub.

Die Lösung für dieses Problem bietet »POP-before-SMTP«. Sendmail erkennt lediglich den Host-Namen und die IP-Nummer des Clients und kann rechmäßige User nicht von Spammern unterscheiden. Der POP-Server kann das sehr wohl und kennt ebenfalls die IP des Clients. Diese Information läßt sich mit einem Daemon aus den Logdateien des POP-Servers sammeln und zu einer temporären Zugangsliste für Sendmail kompilieren. Sobald sich User über ihr POP-Password identifiziert haben, wird ihre IP-Adresse als autorisierter Sender vom SMTP-Server erkannt und ihre Mails akzeptiert. Nach einem angemessenen Zeitraum werden die IP-Nummern aus der Zugangsliste gelöscht und der User muß erneut eine POP-Verbindung zum Host herstellen, bevor er Mails verschicken kann.

Quelltexte und Dokumentation für die Implementierung von »POP-before-SMTP« in Sendmail gibt es bei sendmail.org und abuse.net.

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Wie teste ich meinen Mailserver auf offenes Relaying?

Sie öffnen eine Shell auf Ihrem Mailserver und geben dort ein:

telnet relay-test.mail-abuse.org

Es startet dann eine Sequenz von etwa 20 Tests, die Sie live mitverfolgen können. Abschliessend erscheint das Ergebnis: System appeared to reject relay attempts

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Wie nutze ich die Secondary Mailserver von muenchner-freiheit.net?

Was ist zu tun? - Falls muenchner-freiheit.net die Primary DNS-Server Ihrer Domains betreibt, dann werden die MX-Records gleich mit eingerichtet. Dann brauchen Sie überhaupt nichts zu tun - es funktioniert automatisch.

Falls Sie Ihre DNS-Server selbst betreiben, dann tragen Sie bitte für jeden genutzten Secondary Mailserver einen MX-Record in die Konfigurationen Ihrer Domains ein. Die niedrigste Zahl gehört zu Ihrem meist hausinternen Primary Mailserver, die Priorität der Secondary Mailserver sinkt mit steigendem Zahlenwert.

; *************************************
;       MX Records

        MX 10   mail.ihredomain.de.
        MX 20   ms2.muenchner-freiheit.net.
        MX 30   ms3.muenchner-freiheit.net.

Da unser ms3 nicht in unserem Münchner Netz steht, sondern in Freiburg im Breisgau, und ausserdem - als hochzuverlässiges, plattenloses System - nur über wenige 100 MB Pufferspeicher verfügt, sollte diesem Secondary die niedrigste Priorität zugewiesen werden. Beim ms2 gibt es keine derartigen Restriktionen.

Wie funktioniert's? - Alle unsere Secondary Mailserver fordern routinemäßig beim Eintreffen einer E-Mail per DNS-Anfrage sämtliche MX-Records der Ziel-Domain an.

Findet sich unser Secondary unter den MX-Records der Zieldomain gelistet, dann wird die E-Mail angenommen und quittiert. Wenn möglich erfolgt die Zustellung unverzüglich, ansonsten wird alle halbe Stunde ein neuer Zustellversuch gestartet. Ist keine direkte Zustellung möglich, dann wird zumindest versucht, liegengebliebene Mails zum nächsthöheren Mailserver weiter zu reichen. Falls innerhalb von 120 Stunden (=5 Tage) keine Zustellung möglich war, dann wird die E-Mail verworfen und der Absender benachrichtigt.

Findet sich unser Mailserver nicht bei den MX-Records der Zieldomain aufgelistet, dann verweigert er die Annahme mit »reject=550 ... Relaying denied«

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SpamVerdampfer und VirenEinfrierer - wie kann ich diese Services als Stammkunde einrichten?

Das Prinzip ist schnell erklärt: anstatt dass Ihre Mails direkt auf Ihrem bisherigen Mailserver aufschlagen, werden sie durch unsere Secondary Mailserver geschleust. Dort installierte Spam- und Virenscanner analysieren Ihre Mail in Sekundenschnelle, bringen gegebenenfalls im Betreff und an anderen Stellen Spam-Ratings an, und schneiden virenverseuchte Attachments heraus.

Durch manipulierte MX-Records (oder auch durch Firewall-Maßnahmen) wird Ihr bisheriger Mailserver vor der Öffentlichkeit versteckt, so dass alle hereinkommenden Mails zwangsweise zunächst auf einem unserer Secondaries aufschlagen. Da aus den manipulierten öffentlichen MX-Records der Weg zum eigentlichen Mailserver nicht mehr hervorgeht, müssen auf unseren Secondaries private Mailrouten zum bisherigen Primary gesetzt werden, auf denen die zwischengepufferten Mails dann endgültig durchgereicht und zugestellt werden.

Was ist zu tun? - Falls muenchner-freiheit.net die Primary DNS- und Mailserver Ihrer Domains betreibt, dann werden wir Ihre Konfiguration entsprechend modifizieren. Dann brauchen Sie überhaupt nichts zu tun - es funktioniert automatisch, sobald Sie dieses Feature abonnieren.

Falls Sie Ihre DNS- und Mailserver selbst betreiben, dann tragen Sie bitte für jeden unserer Secondary Mailserver einen MX-Record in die Konfigurationen Ihrer Domains ein. Die niedrigste Zahl gehört zu Ihrem meist hausinternen Primary Mailserver, die Priorität der Secondary Mailserver sinkt mit steigendem Zahlenwert.

; *************************************
;       MX Records

        MX 10   mail.meinedomain.de.
        MX 20   ms2.muenchner-freiheit.net.
        MX 30   ms3.muenchner-freiheit.net.

Jetzt wird durch uns auf unseren beiden Secondaries ms2 und ms3 Ihre Domain *meinedomain.de (nebst allen Subdomains) für RELAY freigeschaltet, und von jedem Server aus eine dedizierte, private Mailroute zu Ihrem mail.meinedomain.de gesetzt.

Bitte testen Sie dies, indem Sie zwei E-Mails an sich selbst verschicken.
Sie schicken diese Testmails aber nicht wie sonst an

mich@meinedomain.de

sondern an die beiden folgenden, gerouteten Mailadressen:

mich%meinedomain.de@ms2.muenchner-freiheit.net
mich%meinedomain.de@ms3.muenchner-freiheit.net

Sehen Sie sich die Header der beiden ankommenden E-Mails genau an. Hat alles korrekt funktioniert, dann finden sich je einer unserer beiden Mailserver in den ankommenden Headern.

Jetzt kommt der entscheidende Schritt: Sie löschen im Nameserver den Eintrag, der auf Ihren Primary zeigt, oder kommentieren ihn aus.

; *************************************
;       MX Records

;       MX 10   mail.ihredomain.de.           <- Primary auskommentiert
        MX 20   ms2.muenchner-freiheit.net.
        MX 30   ms3.muenchner-freiheit.net.

Starten Sie nun Ihren Name-Server neu und testen Sie die MX-Records. Schicken Sie nochmals selbst eine E-Mail, diesmal wieder wie gewohnt an

mich@meinedomain.de

Sehen Sie sich den Header der ankommenden E-Mails wiederum genau an. Sofern alles korrekt funktioniert, findet sich dort einer unserer beiden Mailserver. Falls Sie dort keinen unserer Mailserver finden, dann haben sich die geänderten MX-Records möglicherweise noch nicht bis zu Ihrem Arbeitsplatzrechner durchgesetzt. Oder Sie testen vom Primary Mailserver aus - der weiss natürlich von alledem nichts und stellt nach wie vor lokal zu.

Innerhalb der folgenden Stunden werden Sie beobachten, dass nach und nach immer mehr Mails den Umweg über die Secondaries nehmen. Nach 1-2 Tagen wird in den DNS-Puffern des Internets auch die letzt Spur zur Hintertür Ihres Mailservers getilgt sein.

Übrigens: Sie können jederzeit, z.B. zu Test- oder Vergleichszwecken, die Hintertür einen Spalt aufmachen, ohne dass Sie sich dazu mit uns abstimmen bräuchten. Dazu annoncieren Sie einfach Ihren Primary MX-Record wieder öffentlich.

Hinweis: Nach mehrmonatigem Betrieb konnten wir folgenden Effekt beobachten: Computerviren fragen oft die MX-Records gar nicht mehr ab, sondern schicken ihren Dreck direkt an mail.meinedomain.de. Falls Ihr versteckter Mailserver also zufällig mail.meinedomain.de heisst, und Sie diesen Namen intern beibehalten wollen, dann sollten Sie den Zugang von außen über eine Firewall-Regel sperren.


Weshalb schlägt Spam meist beim Secondary-Mailserver auf?

Dies ist ein beliebter Spammer-Trick, der ihm gleich mehrere "Vorteile" bietet:

  • trotz gefälschter Zieladresse wird eine erfolgreiche Zustellung vorgetäuscht

  • der Spammer erspart sich lästige Mail-Bounces

  • Oft stehen Secondaries draussen beim Provider. Aus Datenschutzgründen sind deren Logfiles für den Sysop des Empfängers unerreichbar, und können daher nicht für Ermittlungszwecke genutzt werden

  • Secondaries werden nicht lückenlos überwacht und sind meist ungepflegt

Was passiert genau? - Eine nicht existierende Zieladresse würde der Primary noch während der geöffneten Verbindung abweisen. Der Secondary dagegen sagt erst mal »Message accepted for delivery« und trennt dann die Verbindung zum Spammer. Normalerweise gilt eine Mail damit als ordnungsgemäß zugestellt.

Anschließend baut der Secondary eine Verbindung zum Primary auf, um die Mail endgültig zuzustellen. Die nicht existierende Zieladresse wird dort jedoch abgewiesen, daher versucht der Secondary nun, eine neue Verbindung zum Spammer aufzubauen, um das Zustellproblem zu melden.

Wegen der vom Spammer gefälschten Absenderangabe schlägt diese Meldung nun entweder bei einem unschuldigen Dritten auf, oder wird ihrerseits wegen Nichtexistenz zurückgewiesen (»double bounce«), oder wird wegen einer eigens hierfür eingerichteten Sperre vom Provider abgewiesen.. Mit diesem Trick entledigt sich der Spammer der lästigen Bounces.

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Mit Spamfiltern: brauche ich dann eigentlich noch Secondary-Mailserver?

Nein - alle unsere im Internet verteilten Spam- und Virenfilter-Mailserver sind vollwertige, untereinander redundante Secondaries, die allesamt Ihrem Primary zuarbeiten. Sollte Ihr Primary verübergehend nicht erreichbar sein, dann werden für Sie eingehende E-Mails auf unseren Filterservern gepuffert, um 5 Tage lang alle 15 Minuten einen Zustellversuch zu starten.

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